Archivmeldung der Rathauskorrespondenz vom 03.03.2024:
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Gaál/Czernohorszky: Frauen und Mädchen: Gendergerechte Parkplanung bei den Wiener Stadtgärten im Fokus

Gaál/Czernohorszky: Frauen und Mädchen: Gendergerechte Parkplanung bei den Wiener Stadtgärten im Fokus

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Mehr Raum für Frauen und Mädchen: Erste Wiener Frauenwoche startet am Montag

Im Zuge der geplanten Umgestaltungen von Parkanlagen in Wien setzen die Wiener Stadtgärten verstärkt auf Partizipationsverfahren, um die Bedürfnisse aller Nutzer*innen vor Ort umfassend zu berücksichtigen. Insbesondere wenn Frauen und Mädchen ihre Ideen und Wünsche bezüglich der Parkgestaltung einbringen, wird versucht, diesen Anforderungen gerecht zu werden und sie bestenfalls umzusetzen.

„Die Wienerinnen haben sich bei der großen Frauenbefragung ,Wien, wie sie will‘ mehr Raum für sich gewünscht. Damit, dass Frauen und Mädchen ihre Wünsche bei der Parkgestaltung verstärkt einbringen können, gehen wir darauf ein“, so Vizebürgermeisterin und Frauenstadträtin Kathrin Gaál. Und: „Auch die erste Wiener Frauenwoche von 4. bis 8. März ist eine Maßnahme auf Basis der Frauenbefragung. Ich lade alle Wienerinnen herzlich zu mehr als 100 kostenlosen Veranstaltungen ein“, so Gaál.

„Parks und Grünräume sind das zweite Wohnzimmer der Wienerinnen und Wiener. Und wie bei ihren eigenen Wohnzimmern sollen sie auch bei der Parkgestaltung mitentscheiden dürfen. Deshalb gehen Umgestaltungen immer öfter Befragungen voraus. Besonderes Gehör wollen wir dabei Mädchen und Frauen verschaffen. sie sollen sich in den Parks genauso wohl und sicher fühlen wie alle anderen. Denn: Unsere Parks und Grünräume sind für alle Wienerinnen und Wiener da – unabhängig von Herkunft, Alter und Geschlecht“, sagt Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky.

Die Parkanlagen der Wiener Stadtgärten sind grundsätzlich für alle Nutzer*innen konzipiert. Die gendergerechte Planung ist fester Bestandteil des Planungsleitbildes und wird konsequent in allen Projekten umgesetzt. Dabei werden Themen wie barrierefreie Wegeführungen, transparente Gestaltung für ein höheres Sicherheitsgefühl und vielfältige Spiel- und Möblierungsangebote für alle Nutzer*innen- und Altersgruppen berücksichtigt.

Partizipation von Mädchen: Mitgestaltung bei Wiener Parks

Verschiedene Parkanlagen in Wien wurden bereits im Rahmen von Mädchen-Beteiligungsprojekten entwickelt.

Im 7. Wiener Gemeindebezirk, im Josef-Strauß-Park, wurden im Zuge eines Partizipationsverfahrens Workshops mit einzelnen Nutzer*innengruppen durchgeführt. Insbesondere wurde der Wunsch nach überdachten Aufenthaltsmöglichkeiten von Mädchen deutlich, das ursprünglich im Park bestehende Salettl war nämlich immer von männlichen Jugendlichen belegt und es gab keine Ausweichmöglichkeiten. Als Reaktion darauf wurden 3 Salettln mit unterschiedlicher Möblierung errichtet, um den Bedürfnissen der Mädchen gerecht zu werden. Zusätzlich wurde ein weiterer überdachter Treffpunkt an einem weiteren Standort im Park geschaffen. Zudem wurde zusätzlich zum damals bereits bestehenden Ballspielkäfig ein gesonderter Volleyballplatz gewünscht. Dieser wurde im Zuge der Umgestaltung ebenfalls errichtet und befindet sich nun ohne Einzäunung mitten im Park. Auch das Thema Garteln wurde von weiblichen Jugendlichen einer nahen gelegenen Schule gewünscht. Das neue Hochbeet wird nun seit der Errichtung von den Schüler*innen betreut.

Ein weiteres hervorragendes Beispiel liefert der Emil-Maurer-Park im Bezirk Neubau, wobei ebenfalls auf eine mädchenfreundliche Gestaltung Wert gelegt wurde: Im Zuge von Workshops mit jungen Mädchen wurde der Wunsch nach einem erhöhten Aufenthaltsbereich geäußert, an welchem sich die Mädchen treffen und das Geschehen im Park von einer erhöhten Perspektive aus beobachten können. Zusätzlich wünschten sich die Mädchen die aus dem Museumsquartier bekannten und sehr beliebten „Enzis“. Diese Möbel sind jedoch für den öffentlichen Freiraum nicht so gut geeignet, daher wurde eine neue Kombination der Wellenliegen für den Aufenthalt im Park konzipiert. Hier ging es den Mädchen darum, einen gemütlichen Platz zu haben, auf dem sie sich gemeinsam aufhalten können.

Auch die Parkanlage Reumannplatz im 10. Bezirk bietet eine besonders gendergerechte Ausarbeitung: Vor der Umgestaltung des Parks fanden intensive Workshops mit Mädchen statt, die den Wunsch nach einer Bühne mit Stromanschluss und Sitzmöglichkeiten äußerten. Dieses Anliegen wurde erfolgreich in die Tat umgesetzt. Auch das ersehnte Wasserspiel wurde errichtet und sorgt nun an heißen Tagen für Abkühlung im Park.

Im Zuge einer Umgestaltung des Kardinal-Nagl-Parks im Bezirk Landstraße wurde ein bemerkenswertes Beteiligungsprojekt für Mädchen ins Leben gerufen. Dabei bemühten sich die Wiener Stadtgärten deren Anliegen und Wünsche wie zum Beispiel den eines gemeinschaftlichen Treffpunkts in der Parkanlage zu verwirklichen. Als Reaktion darauf wurde eine „Hollywood-Schaukel“ entwickelt, welche diese Funktion erfüllt und somit den Bedürfnissen der Mädchen gerecht wird.

Sowohl während einer umfassenden Befragung als auch durch direktes Feedback von jungen Mädchen, welche häufig den Esterházypark im 6. Bezirk besuchen, wurde der Wunsch nach einem geschützten und wetterfesten Treffpunkt geäußert. Als Ergebnis dieser Anregungen wurde ein Salettl mit Schaukelsitzen und einem wetterfesten Dach in die Gestaltung der Parkanlage integriert. Somit konnte der Wunsch beteiligten Mädchen nach einem gemütlichen Ruhe-Ort erfüllt werden.

Mädchenbedürfnisse als Planungsgrundlage

Die Berücksichtigung der Bedürfnisse junger Mädchen bei der Umgestaltung von Parks ist ein wichtiger Schritt, um allen Bürger*innen ein lebenswertes Umfeld zu bieten. Diese Parks sind nicht nur Orte der Erholung, sondern auch Symbole für eine städtische Planung, die die Bedürfnisse aller Geschlechter berücksichtigt und eine inklusive Umgebung für alle schafft.

Beliebte Elemente bei Mädchen, die auch in Beteiligungsverfahren immer wieder genannt werden, sind beispielsweise Hängematten und Nestkorbschaukeln, große Drehscheiben oder Kletterelemente mit erhöhten Plattformen, die einen Überblick über das Geschehen ermöglichen. Von sichereren Beleuchtungskonzepten bis hin zu gut zugänglichen Spielplätzen und Ruhebereichen bieten sie eine Umgebung, die jungen Frauen ein Gefühl von Sicherheit und Zugehörigkeit vermitteln. Zusätzlich wünschen sich Mädchen oftmals eine attraktive, besonders bunte Bepflanzung in den Parkanlagen. Abgesehen von der Parkgestaltung werden zudem in einigen Parks spezielle Stunden für Mädchen in Ballspielkäfigen reserviert.

Selbstverständlich stehen alle Ausstattungselemente im Park, die auf Wünsche von Mädchen zurückgehen, allen Parkbesucher*innen zur Verfügung. Die Wiener Stadtgärten fördern damit nicht nur die Gleichberechtigung und Vielfalt, sondern auch das gemeinschaftliche Miteinander in ihren Grünanlagen.

Frauen als Park-Namensgeberinnen

In Wien gibt es viele Parkanlagen, die den Namen bemerkenswerter Frauen tragen. Diese Parks dienen nicht nur als grüne Oasen in urbanen Umgebungen, sondern erinnern auch an die bedeutenden Beiträge von Frauen zur Gesellschaft.

Im 22. Bezirk ist der Hannah-Arendt-Park zu finden. Dieser wurde nach der Philosophin und Publizistin Hannah Arendt benannt. Der Bereich ist grundlegend in zwei Wegenetze unterteilt, die wie Ringe angeordnet sind. Dazwischen erstreckt sich eine grüne, malerische Mitte, umgeben von Bereichen für Spiel und Erholung. Diese Ringe verknüpfen den Park mit der umgebenden Stadtlandschaft und prägen gleichzeitig eine unverwechselbare Identität im Inneren. Ein Spielplatz sowie Schattenpergolen und Fitnessgeräte ergänzen dabei das Angebot.

Zu den herausragenden Beispielen gehört der Ebner-Eschenbach-Park im Herzen von Währing, benannt nach der österreichischen Schriftstellerin Marie von Ebner-Eschenbach. Diese rund 5.000 Quadratmeter große Grünoase zeichnet sich durch große, schattenspendende Bäume aus und bietet einen Ballspielplatz für Fußball und Basketball sowie Spielplätze mit Wasserspielmöglichkeit, Sandspielmöglichkeit, Rutschen, Wippen, Schaukeln und einem Spielhaus.

Der Else-Feldmann-Park in der Leopoldstadt trägt seinen Namen aufgrund der bedeutenden journalistischen Beiträge der Schriftstellerin und Journalistin Else Feldmann. Die Anlage zeichnet sich unter anderem durch seine zahlreichen Spielangebote, als auch durch seinen Nachbarschaftsgarten aus. Auch diese Grünanlage bietet einen Ort für Ruhe im Freien.

Alle Infos zur Wiener Frauenwoche gibt es unter wienerfrauenwoche.at / Schluss

Rückfragehinweis für Medien

  • Gerda Mackerle
    Mediensprecherin Vizebürgermeisterin Kathrin Gaál
    Tel: 01/4000-81983
    E-Mail: gerda.mackerle@wien.gv.at
  • Pedram Seidi
    Mediensprecher StR Jürgen Czernohorszky
    Mobil: +43 676 8118 81084
    Telefon: +43 1 4000 81853
    pedram.seidi@wien.gv.at
  • Pamela Ziegler
    Leiterin Öffentlichkeitsarbeit
    Wiener Stadtgärten
    Telefon: 01 4000/42351
    E-Mail: pamela.ziegler@wien.gv.at